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„Kultur des Gebens nimmt derzeit riesigen Schaden“

Ausgelöst durch die Vorwürfe des Journalisten Stephan Loipfinger, erreicht die aktuelle Berichterstattung zum Thema Spendenwesen eine neue und für Spender wie NGOs verstörende Dimension.

Deutscher Fundraising Verband (DFRV) kritisiert einseitige Betrachtung der Spendenszene und veröffentlicht Hintergrundinformationen
 
Ausgelöst durch die Vorwürfe des Journalisten Stephan Loipfinger, erreicht die aktuelle Berichterstattung zum Thema Spendenwesen eine neue und für Spender wie NGOs verstörende Dimension. „Eine derart einseitig negative Berichterstattung in der wichtigsten Spendenzeit des Jahres habe ich in meiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt“, erklärt Matthias Buntrock, Vorsitzender des Deutschen Fundraising Verbandes und plädiert für eine Rückkehr zur sachlichen Diskussion.
 
Basierend auf den Vorwürfen des Buches „Die Spendenmafia – Schmutzige Geschäfte mit unserem Mitleid“ berichteten zuletzt zahlreiche Medien über strafbare oder fragwürde Beispiele bei der Umsetzung verschiedenster Maßnahmen und Aktivitäten im Fundraising. „Auch im Dritten Sektor gibt es wie in jeder Branche schwarze Schafe, die die Grenzen des Rechtssystems austesten und teilweise bewusst überschreiten“, erklärt Buntrock. „Diese müssen dringend gestoppt und rechtlich belangt werden. Anders als derzeit medial dargestellt, bilden diese Fälle aber die Ausnahme und sind nicht ansatzweise repräsentativ für die gesamte deutsche Spendenszene.“
 
Die Förderung der Kultur des Gebens ist das oberste Ziel des DFRV. Aufgrund der aktuellen Situation nimmt diese derzeit riesigen Schaden. Non-Profit-Organisationen sind auf regelmäßige Einnahmen angewiesen, um ihre satzungsgemäßen Zwecke erfüllen und langfristige Projekte durchführen zu können. Nur mit einem verlässlichen Budget können Maßnahmen effizient und zielführend geplant sowie umgesetzt werden. Projekte wie z.B. die Hilfe für Obdachlose oder die Integration von ehemaligen Strafgefangen sind ohne aktive Spendenwerbung nicht einmal denkbar. Der DFRV setzt sich deshalb seit Jahren für eine freiwillige und verantwortungsvolle Unterstützung des  gemeinnützigen Sektors quer durch alle Alters- und Bevölkerungsgruppen ein.
 
Derzeit entsteht jedoch das Bild einer skrupellosen Spendenszene. „Dabei arbeitet die überwältigende Mehrheit der Non-Profit-Organisationen nach klaren Vorgaben zu Datenschutz, Ethik und der Verwendung von Spendengeldern“, konstatiert Buntrock. Der DFRV hat „19 Grundregeln für eine gute, ethische Fundraisingpraxis“ erarbeitet, die für alle Verbandsmitglieder bindend sind. Sie bilden inzwischen eine branchenweit anerkannte Selbstverständlichkeit.
 
Zu der Einhaltung dieser Regeln sind auch die im DFRV organisierten Fundraisingagenturen  verpflichtet. Trotzdem steht vor allem die Zusammenarbeit mit professionellen Dienstleistern immer wieder im Mittelpunkt der Kritik. Dabei wird häufig übersehen, dass sie in der Regel eine deutlich effizientere und erfolgreichere Spendensammlung unterstützen. Damit sparen die NGOs Ressourcen, die ihren gemeinnützigen Aufgaben und Projekte, somit den originären Satzungszwecken, zugute kommen.
 
Der DFRV plädiert deshalb für absolute Transparenz im Dritten Sektor. „Die verbreiteten Vorbehalte können nur durch die Veröffentlichung von grundlegenden Informationen abgebaut werden. Hierzu zählen Angaben über Einnahmen- und Kostenstrukturen sowie regelmäßige Berichte über die Mittelverwendung. Auf dieser Datengrundlage können sich Spender frei entscheiden, welche gemeinnützige Organisation sie unterstützen. Für seriöse Organisationen gehört die Offenlegung dieser Informationen, z.B. über die Internetseite, zum Selbstverständnis“, erklärt Buntrock.
 
Die Arbeit der Organisationen ist maßgeblich abhängig vom Vertrauen ihrer Förderer. „Die aktuellen Berichte verunsichern selbst langjährige Spender und sorgen für eine immensen, unbegründeten Vertrauensverlust in den Dritten Sektor“, so Buntrock. Der DFRV spricht sich deshalb für einen sachlichen Dialog in der weiteren Debatte zum Spendenmarkt aus und veröffentlicht hierzu einige Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Fragen im Fundraising.
 
Hier finden Sie die wichtigsten Hintergrundinformationen zum Fundraising!
 
Hier finden Sie die DFRV-Spendentipps!
 
 
Pressekontakt und Ansprechpartner für Rückfragen:
Dr. Thomas Röhr
1. Stv. Vorsitzender / Pressesprecher im Deutschen Fundraising Verband
Tel.: 0173 / 379 21 21
roehr(at)fundraisingverband.de

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